ART Düsseldorf Leichtathletik

Zwei Tage lang kämpften im Rather Waldstadion die besten Mehrkämpfer aus den USA und Deutschland um den begehrten Thorpe-Cup. Bei den Männern gewann das deutsche Team mit großem Vorsprung. Die deutschen Frauen hatten gegen die US-Girls von Anfang an keine Chance. Insgesamt 700 Zuschauer fanden an beiden Tagen sich zu diesem Leichtathletik-Event in Rath ein.

 

Sie feuerten begeistert die Athleten an, völlig egal ob sie das deutsche oder das US-Trikot trugen. Die Zuschauer waren "vom Fach", litten mit den jungen Athleten und unterstützten sie immer wieder mit rhythmischen Klatschen - eine Atmosphäre, die so manchen Nicht-Leichtathletik-Zuschauer, der vom Hören-Sagen auch mal einen Blick ins Rather Waldstadion warf, schon reichlich verwunderte: "Das gibt es in keiner anderen Sportart", meinte eine junge Mutter, deren beide Kinder natürlich begeistert mitklatschten - besonders beim Hochsprung, bei dem sich besonders die Deutschen in einen Höhen-Rausch steigerten und deren Bester, René Stauß (Schorndorf) sich sogar noch über 2,11 Meter schwang und erst bei 2,14 Metern mit den Sprüngen zehn und elf dann natürlich keine Kraft mehr hatte. Schon zuvor hatte es immer wieder laute Jubelschreie gegeben, besonders als dem 19-jährigen Dormagener Ituah Enahoro beim Weitsprung mit 7,68 Meter ein besonders weiter Satz gelungen war. Der ursprüngliche nigerianische Junge, der eine deutsche Mutter und einen nigerianischen Vater hat, hatte vor zwei Jahren für Nigeria an den U20-Afrika-Meisterschaften teilgenommen. Er hat inzwischen einen deutschen Pass und durfte daher für das Team Deutschland starten. Für Düsseldorfs Leichtathletik-Fans ist der angehende Physiotherapeut alles andere als ein Unbekannter, hat er doch in den vergangenen beiden Jahren auch schon so einige Kreismeistertitel gewonnen und spielte daher die Rolle des "Lokalmatadors" nahezu perfekt, als er am Ende sogar mit 8029 Punkten den Zehnkampf gewann. Der ART und seine erfolgreiche Leichtathletik-Abteilung (schon vier DM-Titel in diesem Jahr) hatte erst im April davon erfahren, dass mitten in den Sommerferien die Aufgabe der Durchführung des Mehrkampf-Länderkampfs anstand. Klaus Wischnitzki, als erster Vorsitzender, und Jochen Grundmann, Leichtathletik-Chef, meisterten zum Erstaunen vieler die vielfältigsten Aufgaben, die so ein Länderkampf mit sich bringt. Mit einem großen Helfer-Team rückte der ART an. Das reichte vom Platz-Aufbau über die Durchführung der Wettkämpfe bis zum Transport der 30 Athleten aus den beiden Ländern. Zwei kleine Shuttle-Busse brachten die Athleten vom Tulip Inn an der Arena nach Rath. Dort stand ihnen dann auch die große Sporthalle zum Aufenthalt zur Verfügung, immer wieder umhegt und betreut von einem großen Stab an ART-Helfern.

 Der frühere Weltmeister Trey Hardee führte den Dormagener Ituah Enahoro beim 1500-Meterlauf zum Sieg mit tollen 8029 Punkten im Zehnkampf Bei den Frauen gewann Alex Gochenour den Siebenkampf und ließ sich feiern.


Djamila Böhm läuft Bestzeit über 400 Meter

Neue Bestzeit im falschen Rennen lief die 23-jährige Djamila Böhm (ART) beim 47. internationalen Meeting in Rhede. Nicht wie erhofft im 400-Meter-Hürdenlauf, bei dem sie vor drei Wochen als Deutsche Meisterin auf 56,92 Sekunden gekommen war und in 57,08 Sekunden hinter er Kölner Dauer-Rivalin Christine Salterberg (56,97 Sekunden) Zweite geworden war, sondern kaum zwei Stunden später im 400-Meter-Lauf. In diesem Rennen gab es dann Grund zur besonderen Freude über die 54,03 Sekunden, womit sie hinter der Niederländerin Eva Hovenkamp (53,03 Sekunden) der Kölnerin Lena Naumann (53,83 Sekunden) Dritte geworden war. Der doppelte Auftritt innerhalb so kurzer Zeit auf diesen anstrengenden Strecken ist höchst ungewöhnlich, was die Zuschauer mit Erstaunen zur Kenntnis nahmen. Im 400-Meter-Lauf war auch die 18-jährige zweifache NRW-Jugendmeisterin Franziska Jakobs (ART) in 59,36 als Achte mit dabei. ART-Trainer Sven Zimmermann hätte ihr eine schnellere Zeit zugetraut: "Sie lief im ersten Teilstück zu aufwändig." Als Test für die Jugend-DM in Ulm am kommenden Wochenende war dieses Rennen somit aufschlussreich. Hätte die 18-jährige Elisbeth Kowalski statt in Frauen-Lauf (Rang 16) mit ihrer Zeit von 12,86 Sekunden im Jugend-Lauf teilgenommen, wäre sie da Zweite geworden.

 

Gegen die Kölnerin Christine Salterberg (rechts) verlor Djamila Böhm die DM-Revanche in Rhede, lief aber zwei Stunden mit 54,03 Sekunden neue Bestzeit über 400 Meter